Wird das venezolanische Internet die Last der Coronavirus-Sperre tragen?

Das Telekommunikationsnetz Venezuelas, das bereits vor dem Ausbruch des COVID-19-Virus schlecht war, hat sich verschlechtert und riskiert einen Internet-Ausfall für das Land. Mit der Abschottung des Landes, durch die Millionen von Bürgern zu Hause bleiben, stieg die Datennutzung durch Video-Chats und Live-Streams, wodurch die Kapazität des bestehenden Telekommunikationsnetzes überfordert wurde.

Der größte Telekommunikationsanbieter des Landes, Telefonica SA, hat kürzlich enthüllt, dass der derzeitige Anstieg der Datennutzung in der ersten Woche der Sperrung des Landes dem Datenvolumen entspricht, das im gesamten Jahr 2019 im Land genutzt wird.

Mittlerweile gehört Venezuela laut Online-Internet-Geschwindigkeitstests zu den Ländern mit der niedrigsten Internetgeschwindigkeit in Südamerika. Das Land hat mehrere Jahre lang zu wenig investiert, vernachlässigt und Stromausfälle haben die Entwicklung des Landes erstickt. Das Land litt auch unter schweren Wirtschaftssanktionen, die von den USA und der EU gegen das Land verhängt wurden.

Der Datenverbrauch stieg anormal an, als das Land in eine nationale Sperre geriet, um die Ausbreitung des tödlichen Coronavirus einzudämmen. Da die Menschen praktisch zu Hause eingesperrt wurden, nahm die Nutzung von Diensten wie Netflix, Youtube und anderen Social-Media-Plattformen zu, wodurch die bestehende Bandbreite überlastet wurde.

Schließung von Banken, Kryptowährungsdienste zur Entlastung des Drucks

CoronavirusDie venezolanische Regierung ordnete an, alle im Land tätigen Banken zu schließen, da sie als Sammelpunkt für viele Menschen dienen, was heutzutage gefährlich sein könnte. Jede Bankdienstleistung, die einen physischen Kontakt von Person zu Person beinhaltet, wurde geschlossen, und es stehen nur noch Geldautomaten und Internet-Banking zur Verfügung. Viele Menschen, die sich bei ihren täglichen Geschäften auf Banken verlassen haben, sind nicht in der Lage, ihre täglichen Überlebensausgaben zu finanzieren.

Kürzlich berichtete Coinidol.com, ein weltweites Nachrichtenportal, dass dieser verzweifelte Schritt den Weg für die Einführung von Krypto-Währung im Land öffnen könnte und diverse Anbieter wie Bitcoin Evolution, Litecoin und Co, stehen bereits in den Startlöchern um die Ersten zu sein und sich am Markt zu etablieren. Andererseits könnte dies mit Absicht geschehen, da Präsident Nicolas Maduro sich bemüht, die nationale Kryptowährung Petro zu fördern, allerdings mit wenig Glück. Die andere Frage ist, ob die venezolanische Internet-Kapazität dies erlauben würde.

Tatsächlich wird Maduro, der Mann hinter der Kryptowährung Petro, vom FBI wegen Verbrechen wie Geldwäsche, Drogen- und Menschenhandel gesucht. Das FBI setzte sogar ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf Maduro aus. Angesichts des derzeitigen Internet- und Stromausfalls steht das Land nun vor einer beispiellosen Zukunft.